Heilpraktiker werden. Was wirklich zählt.

Schulleiter Heinz Wesner

Im Gespräch mit Heinz Wesner

Fast fünf Jahrzehnte Erfahrung. Eine klare Haltung. Ein Ziel: Menschen auf ihrem Weg in einen erfüllenden Heilpraktikerberuf zu begleiten.

Mein persönlicher Weg zum Heilpraktiker

Herr Wesner, warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?

Medizin hat mich bereits während meiner Schulzeit fasziniert. Eigentlich wollte ich Medizin studieren, erhielt aber wegen des Numerus clausus keinen Studienplatz.

Was zunächst eine Enttäuschung war, wurde zum entscheidenden Wendepunkt meines Lebens. Ich wurde Heilpraktiker, konnte Menschen helfen und später viele Kolleginnen und Kollegen auf ihrem beruflichen Weg begleiten.

Mich hat immer eine Medizin interessiert, die über den Tellerrand hinausblickt und den Menschen als Ganzes in den Mittelpunkt stellt.

Was gute Heilpraktiker auszeichnet

Was unterscheidet einen guten Heilpraktiker von einem durchschnittlichen?

Neben fundiertem medizinischem Wissen braucht es Empathie und die ehrliche Bereitschaft, Menschen zu helfen. Gute Heilpraktiker hören zu, nehmen ihre Patienten ernst und stellen deren Wohl in den Mittelpunkt.

Naturheilkunde verstehe ich als Komplementärmedizin. Verantwortungsvolles Handeln ist mir wichtiger als der persönliche wirtschaftliche Vorteil. Der Blick in die Augen eines Patienten, dem man helfen konnte, bedeutet mir mehr als ein gut gefülltes Bankkonto.

Was macht diesen Beruf heute interessant?

Viele Menschen wünschen sich Zeit, persönliche Zuwendung und eine Behandlung, die ihre gesamte Lebenssituation berücksichtigt. Sie möchten Zusammenhänge verstehen und bei gesundheitlichen Entscheidungen einbezogen werden. Darin sehe ich eine wichtige Aufgabe unseres Berufs.

Voraussetzungen und beruflicher Neuanfang

Braucht man medizinische Vorkenntnisse?

Nein. Etwa die Hälfte unserer erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen kommt ursprünglich nicht aus einem medizinischen Beruf. Wir vermitteln die Grundlagen verständlich und Schritt für Schritt.

Entscheidend sind die Bereitschaft zu lernen, Interesse an medizinischen Zusammenhängen und Freude am Umgang mit Menschen. Wer diesen Beruf ergreifen möchte, sollte zuhören können, empathisch sein und Verantwortung übernehmen wollen.

Kann man auch mit 40 oder über 50 noch anfangen?

Unsere Teilnehmer beginnen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen. Manche kommen direkt nach der Schule, andere suchen neben Familie und Beruf eine neue Perspektive. Wieder andere möchten ihrem Berufsleben nach vielen erfolgreichen Jahren eine neue Richtung geben.

Lebenserfahrung kann dabei eine Stärke sein. Wer gelernt hat, zuzuhören und mit schwierigen Situationen umzugehen, bringt wertvolle Fähigkeiten für den späteren Patientenkontakt mit. Entscheidend sind das ernsthafte Interesse am Beruf und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.

Medizinisches Wissen und Praxis von Anfang an

Reicht eine gute Vorbereitung auf die Heilpraktikerüberprüfung aus?

Nein. Die Überprüfung ist die Voraussetzung für den Beruf. Unser Ziel geht weiter: Die Teilnehmer sollen medizinisches Wissen und therapeutische Fähigkeiten erwerben, um später verantwortungsvoll mit Patienten arbeiten zu können.

Deshalb gehören naturheilkundliche Verfahren bei uns von Anfang an zum regulären Unterricht. Schule und angeschlossene Lehrpraxen bieten die Möglichkeit, Erlerntes zeitnah praktisch umzusetzen.

Welche Rolle spielt Onlineunterricht?

Medizinische Grundlagen und Wiederholungen lassen sich auch online vermitteln. Praktische Fähigkeiten brauchen jedoch persönliche Anleitung. Die Teilnehmer müssen untersuchen, beobachten, ausprobieren und Rückfragen stellen können. Erfahrene Dozenten geben dabei unmittelbar Rückmeldung.

Wie können Teilnehmer ihr therapeutisches Verständnis vertiefen?

Wir empfehlen, von Beginn an Fachliteratur und die Fallberichte unserer Fachzeitschrift CO.med zu bearbeiten und mit den Dozenten zu besprechen. So lernen die Teilnehmer, wie erfahrene Kollegen Zusammenhänge erkennen und Behandlungsentscheidungen treffen.

Woran Sie eine gute Heilpraktikerschule erkennen

Wie können Interessenten die Qualität einer Schule beurteilen?

Entscheidend ist, was aus ihren Absolventinnen und Absolventen wird. Ich empfehle deshalb, mit ehemaligen Teilnehmern zu sprechen: Wie haben sie die Ausbildung erlebt? Wie gelang ihnen die Überprüfung und anschließend der Einstieg in die eigene Praxis?

Welche weiteren Merkmale sind Ihnen wichtig?

Langjährige Erfahrung, gewachsene Strukturen und ein Netzwerk ehemaliger Absolventen können Orientierung geben. Eine seriöse Schule erklärt offen, was die Ausbildung leistet, welche Anforderungen der Beruf stellt und welche Unterstützung die Teilnehmer erhalten.

Unser Ziel ist, Menschen auf die Überprüfung, den Beruf und die spätere Arbeit in der eigenen Praxis vorzubereiten. Gute Ausbildung braucht deshalb medizinisches Wissen, praktische Anleitung und persönliche Begleitung.

Ist der Heilpraktikerberuf auch Ihr Weg?

In einem persönlichen und unverbindlichen Beratungsgespräch klären wir gemeinsam, welche Ausbildungsform zu Ihrer Lebenssituation und Ihren beruflichen Zielen passt.

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